1918

Am 1. Januar er├Âffnete der D.E.B. in Dresden seine neue Gesch├Ąftsstelle auf der Hauptstra├če 38. Gleichfalls ├╝bernahm die Gesellschaft Esperanto Dresden hier ihr neues Heim. Im Mai wurde in Dresden eine neue Arbeiter-Esperanto-Gruppe gegr├╝ndet.

1919

Die Arbeiter-Esperanto-Gruppe traf sich ab 26. Januar wieder w├Âchentlich im Volkshaus unter dem Vors. Otto Altermann.
Ab Januar erschien die "Esperanto B├╝cherschau", in ihr wurden Neuerscheinungen vorgestellt.
Die Esperanto-Gruppe in Potschappel feierte am 5. Februar ihr zehnj├Ąhriges Bestehen.
Die Post Esperanto Vereinigung wurde unter dem Vors. Boersch wieder aktiv und traf sich w├Âchentlich zu Gruppenabenden.
Im Juni antwortete der B├╝rgermeister von Dresden auf eine Petition der Esperanto-Sektion der s├Ąchsischen Lehrervereinigung, da├č die Stadt kostenlos Schulr├Ąume f├╝r den Esperantounterricht zur Verf├╝gung stellt.
In der Handelsschule, Ringstr.27, wurden ab Ostern von Anna Huhle und Anna Wakczynska, beide bekannte Esperantistinnen, 134 Sch├╝lerinnen in Esperanto unterrichtet.
Der "Dresdner Anzeiger" vom 23. September schrieb in einem Artikel, da├č die Schulleitung den Unterricht des Esperantos in den Volksschulen erlaube.
Im Herbst er├Âffnete die Esperanto-Sektion f├╝r Kinder der 1. bis 3. Klassen Kurse, jede Woche 2 Stunden.
Im Oktober legte der bisherige Vors. von Frenckell seinen Posten nieder, provisorisch ├╝bernahm Dr. H. Arnhold die Leitung.

1920

In der Volkshochschule Dresden wurden im Januar - M├Ąrz sechs Vortr├Ąge ├╝ber Esperanto gehalten.
Gleichzeitig fand ein Kurs unter Leitung des Sprachenfreundes Engst statt.
Am 5. M├Ąrz fand die Hauptversammlung der Gesellschaft Esperanto in Dresden statt. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: 1. Vorsitzender Bankbeamter Walter Ranft, 2. Vors. Bankier Dr. Heinrich Arnhold.
In 9 Kursen wurden 200 Kinder von der Esperanto-Abteilung des Dresdner Lehrervereins unterrichtet.
Im M├Ąrz entschied die oberste Schulbeh├Ârde von Sachsen, da├č Esperanto als Fremdsprache anzuerkennen ist und als wahlfreies oder als verbindliches Unterrichtsfach in die Volksschulen eingef├╝hrt werden kann.
Ab Ostern wurde in den Volksschulen Dresdens 150 Sch├╝ler und 64 in Neugersdorf in Esperanto unterrichtet (Studienrat Dr. G├Âhl).
Durch Vermittlung von Frau Hankel kam es f├╝r Esperanto-Volkssch├╝ler verschiedener Deutscher St├Ądte, unter anderem von 20 Dresdner Sch├╝lern, zu Sommerferien in d├Ąnischen Esperantisten-Familien von Grenaa und Umgebung (5. Juli bis 9. September).
Im Juli erschienen einige Werbeartikel in Esperanto im "Dresdner/Pirnaer Tageblatt" (Lehrer Friebel, Dobritz). Die Zeitschrift f├╝hrte danach eine st├Ąndige Esperanto-Ecke ein. 25 Sch├╝ler und Sch├╝lerinnen der Oberklassen der Volksschule in Dobritz lernten danach Esperanto. Au├čer dem Kinderunterricht f├╝hrte Lehrer Friebel einen Esperantokurs f├╝r Erwachsene durch.
Am 23. Oktober wurde nach einem Werbevortrag in Radebeul eine Esperantogruppe der L├Â├čnitzortschaften gegr├╝ndet, die der Dresdner Gesellschaft Esperanto angeschlossen wurde. Gleichzeitig wurde ein Kurs begonnen.

1921

Am 1. Januar vereinigten sich in Dresden die vier Esperantovereine der Gesellschaft Esperanto, Dresdner Esperantoverein, Verein Progeso und Postesperantisten Verein zum "Deutschen Esperanto-Bund e.V., Zweigverein Dresden".
Im Januar begann in drei Schulklassen der Volksschule von Freital-Potschappel der Esperanto-Unterricht.
Am 5. M├Ąrz kam der Zweigverein zu einer ersten gr├Â├čeren Veranstaltung zusammen, es nahmen ca. 500 Esperantisten teil. Auch die Esperanto Polizeigruppe Dresden wurde wieder aktiv. Polizeipr├Ąsident Dr. Gille ├╝bernahm das Protektorat ├╝ber die Gruppe.
Am 18. M├Ąrz hatten die Esperanto-Volkssch├╝ler Dresdens und Umgebung einen Ausflug nach Briesnitz, an ihm nahmen ca. 340 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler teil. In der Schule von Stetzsch begann f├╝r die letzten beiden Jahrg├Ąnge der Esperanto-Unterricht, gleichfalls in Weinb├Âhla, wo sich auch eine Jugendgruppe bildete. In Gohlis wurde ein Esperanto-Kurs an der Schule mit Sch├╝lern der letzten drei Jahrg├Ąnge durchgef├╝hrt.
In den Dresdner Volksschulen wurden ab Ostern in sieben Lehrg├Ąngen 200 Schulkinder unterrichtet.
14. Juni gr├╝ndete sich in Freital eine Lehrer-Esperantogruppe, Leiter Walter Johne.
Am 28./29. Juli fand in Dresden ein Internationaler Vorkongre├č statt, an diesem nahmen 820 Esperantisten aus 22 L├Ąndern teil. Diese fuhren danach zum 13. Internationalen Esperanto-Kongre├č nach Prag. Aus diesem Anla├č wurde ein 20seitiger Prospekt in Esperanto ├╝ber Dresden und Umgebung herausgegeben.
Das Ministerium des Innern genehmigte den Beamten der S├Ąchsischen Landespolizei, die eine Esperantopr├╝fung nachweisen konnten, das Tragen eines Esperanto-Sterns auf dem linken Unterarm der Uniform (10.8.1921).

1922

Der Zweigverein Dresden hatte zum Jahresbeginn bereits wieder 547 Mitglieder. Im M├Ąrz fand in Freital-Potschappel ein Fest f├╝r Esperanto-Schulkinder statt, an ihm nahmen ca. 500 Kinder teil.
Der Verlag Ader und Borel wurde im M├Ąrz, nach Ausscheiden vom Gesch├Ąftsf├╝hrer Ader, zum Verlag Ellersick und Borel umgebildet. Dieser wurde im Oktober nach Berlin verlegt.
Ab Ostern wurde in Dresden Esperanto-Unterricht als Wahlfach in allen Volksschulen eingef├╝hrt.
13. - 20. September fand im Dresdner Neuen Rathaus eine Esperanto-Ausstellung des Dresdner Zweigvereins und dem Verlag Ellersick und Borel statt.
In Dresden-Neustadt wurde eine LEA-Gruppe gebildet.

1923
Im Juni erschien die erste Nummer des Mitteilungsblattes des DEB, Zweigverein Dresden.
1924

16. Januar w├Ąhlte die Gruppe Radebeul, in der Hauptversammlung den neuen Vors. E.R├Âsch.
Am 2. Februar feierte Marie Hankel mit den Esperantisten Dresdens und G├Ąsten im festlich geschm├╝ckten Rathaussaal ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anla├č wurde sie zum Ehrenmitglied des Deutschen Esperanto Bundes ernannt (G.E. 3/24).
1. M├Ąrz erschien die Nr. 1 der "Esperanto Sciigoj" f├╝r die Arbeiter-Esperantisten Dresdens und Umgebung.
Im April fand die Hauptversammlung der Esperanto-Vereinigung S├Ąchsischer Lehrer in Bautzen statt.
Nach dem Krieg fanden viele Freundschaftstreffen der Esperantisten im grenznahen Raum mit Esperantisten der benachbarten L├Ąnder statt. In Zittau erschien ab Januar die Esperanto-Zeitschrift "Luzacia Observanto" (Lausitzer Beobachter).
In der Hauptversammlung am 29. Oktober w├Ąhlten die Mitglieder der Ortsgruppe Dresden Johannes Karsch als neuen Vorsitzenden.
15. November starb der damals ├Ąlteste Esperantist Deutschlands, Wilhelm Schimmel, 93j├Ąhrig in Dresden. Er besch├Ąftigte sich haupts├Ąchlich damit, Kinder im Alter von 4 - 6 Jahren spielend Esperanto beizubringen. Er konnte selbst sein System in einigen Dresdner Kinderg├Ąrten testen.
Am 6. Dezember starb Klara Zamenhof, die Gattin von Dr.L.Zamenhof.

1925

Im Januar wurde ein Fernkurs f├╝r Polizisten begonnen, Anmeldungen wurden vom Kriminalkommissar Arthur Pohl, Dresden, dem Vorsitzenden des Weltpolizeibundes angenommen.
Mit der April-Nummer stellte das Arbeiter Esperanto-Mitteilungsblatt "Esperanto-Sciigoj" sein Erscheinen ein.
In der April-Veranstaltung hielt als Gastdozent Andreo Cseh, Autor der Cseh-Methode, einen Vortrag.
Die Komerca Grupo (Handelsgruppe) gr├╝ndete neue Filialen in Mexiko, auf Java und sp├Ąter in England. Die Gruppe traf sich jeden Montag in der Gastst├Ątte "Artesischer Brunnen", Antonstra├če.
Karsch gratulierte in der Juni-Zusammenkunft dem Vizevorsitzenden Dr.H.Arnhold, der Ehrensenator der Technischen Hochschule Dresden wurde.
Auf dem 14. Deutschen Esperanto-Kongre├č in Magdeburg wurde vom Vorstand des D.E.B. beschlossen, eine Ehrennadel f├╝r verdienstvolle Mitglieder herauszugeben.
Als einer der ersten Ausgezeichneten erhielt Dr. Heinrich Arnhold diese Ehrennadel.
Ab Juli wurde das Distrikta Informilo Dresden herausgegeben.
Der Sender Dresden begann mit der Ausstrahlung eines Esperantokurses (Dr.Dietterle).
Ab November druckte der "Dresdner Anzeiger" einen Esperanto-Kurs ab.

1926

Im Februar wurde eine neue Leitung der Gruppe Radebeul (Oberl├Â├čnitz) gew├Ąhlt (Vors. W.Heinze).
Auf Antrag der Dresdner Esperanto-Gesellschaft beschlo├č der B├╝rgermeister und der Stadtrat einer Stra├če im Stadtteil Leuben den Namen Zamenhofs zu geben (Mitteilungen d. D.E.B. 3/26, S. 3).
Im April bildete sich die "Proletarische Esperanto-Gruppe Klotzsche" (Ltr.: Reichert).
Im Mai weilte, nach einem Besuch der Familie Zamenhof, Sprachfreundin Martha Root aus Pittsburgh (USA) in Dresden. Sie besuchte Dresdner Baha`is und hielt am 18. Mai vor den Dresdner Esperantisten einen Vortrag ├╝ber die "Bahaa-Bewegung" (G.E. 6/26, S. 105).
Die Radio-Firma Mende gab mit Hilfe der Kaufm├Ąnnischen Esperanto-Gruppe Dresden einen Prospekt ├╝ber ihr neues Radio (Type E.35) heraus.
Am 3. Oktober fand im K├╝nstlerhaus (Albrechtstra├če) die 20j├Ąhrige Gr├╝ndungsfeier der Dresdner Esperanto Vereinigung unter Anwesenheit von Repr├Ąsentanten des ├ľkonomischen Ministeriums, der Stadtverwaltung und dem Pr├Ąsidenten des DEB statt. Marie Hankel erhielt die Ehrennadel des D.E.B. und die Herren v. Frenckell und Dr. H. Arnhold wurden zu Ehrenpr├Ąsidenten und Herr Wallon zum Ehrenmitglied des Dresdner Esperanto-Vereins ernannt. Zum gleichen Zeitpunkt wurden 12 verdienstvolle Mitglieder mit der "Plakette f├╝r Treue" ausgezeichnet (G.E. 11/26, S. 202).
Am 25. November verstarb Kommerzienrat Georg Arnhold (G.E. 12/26, S. 227).

1927

Im Januar erschien das Lehrbuch der Esperanto-Stenographie "Rapido" von Karp Wallon, Esperantist seit 1889.
In Dresden-Leuben wurde eine Stra├če in Anwesenheit von Esperantisten aus Dresden und Umgebung mit dem Namen "Zamenhofstra├če" benannt.

1928

Im April fand in Stuttgart der 6. Bundestag der LEA statt, an diesem nahmen auch Dresdner Arbeiter-Esperantisten teil.
Im April hielt Martha Root einen Vortrag ├╝ber Bahaismus vor Dresdner Esperantisten.
Am Ende des Jahres weilte erneut die Bahaistin M. Root in Dresden und anderen s├Ąchsischen St├Ądten, wo sie Vortr├Ąge in den Esperanto-Gruppen hielt.

1929
tramo

Am 15. Dezember verstarb Marie Hankel. Die Trauerfeier fand im Beisein vieler Esperantisten am 19. Dezember auf dem Friedhof Tolkewitz statt.

1930

Gr├╝ndung der "Socialista Esperanto Asocio" (Sozialistische Esperanto Vereinigung).
Pfingsten fand der 19. Deutsche Esperanto-Kongre├č in Dresden statt. Aus diesem Anla├č gab die Esperanto Vereinigung Dresden einen Prospekt und Ansichtskarten heraus. Prof. Dr. G├Âhl, Neugersdorf, wurde Ehrenmitglied des D.E.B., Konsul von Frenckel, Dresden, und Schulleiter Hahn, Gohlis bei Dresden, wurden die Ehrennadel des D.E.B. verliehen.
Ab Oktober wurden die Mitteilungsbl├Ątter "SEA-Sciigoj" herausgegeben. Die SEA-Gruppe Dresden kam monatlich einmal im Volkshaus, Ritzenbergstra├če, unter der Leitung Willy Eckerts zusammen. Es gab die Untergruppen Dresden-Neustadt (Vors. Erich Pachmann), L├Âbtau (Vors. Herbert Henzel), Mickten (Vors. Knut Kreisel), Hellerau (Vors. Hans Bock), Striesen (Vors. Herbert Wobst).
Durch die Wirtschaftskrise am Anfang der 30er Jahre war auch die Esperanto-Bewegung stark betroffen. Nur durch Spenden des Bankhauses Arnhold oder einiger Unternehmen, wie der Radeberger Bierbrauerei, Firmen und Verlage, konnte die Esperantobewegung weiter arbeiten.

1931

1. September wurde Paul Wachsmuth Vorsitzender der SEA Ortsgruppe Dresden. Es bildete sich die Untergruppe Dresden-Zentrum.
In s├Ąchsischen Esperanto-Gruppen wurden durch das Ehepaar Morariu Cseh-methodische Kurse durchgef├╝hrt. In der Esperanto-Ortsgruppe Dresden wurde der Kurs am 15. Dezember beendet. Insgesamt wurden vom rum├Ąnisch-schwedischen Ehepaar in Sachsen 400 Erwachsene und 100 Kinder unterrichtet. Weitere Abschiedsfeiern von dem Lehrerehepaar fanden u.a. in Freiberg, Gro├čenhain, Radebeul, Radeberg und Pirna statt.
Die Radiostation Leipzig/Dresden (MIRAG) sendete eine spezielle Zamenhof-Gedenksendung aus.

1932

Am 12. Mai strahlte Radio Leipzig/Dresden (MIRAG) aus Anla├č des Deutschen Esperanto-Kongresses in Chemnitz einen Bericht und ein Interview mit dem B├╝rgermeister sowie einigen Esperanto-Chorliedern aus.
7. August starb in Dresden Karl Wallon, einer der ├Ąltesten Esperantisten der Welt (seit 1889).
Von der Komerca Esperanto Unio (Esperanto Handels Union) wurde eine Schallplatte in Esperanto herausgegeben, auf der ersten Seite war die Esperanto-Hymne zu h├Âren und auf der R├╝ckseite eine Arie aus der Oper "Die Zauberfl├Âte". Sp├Ąter erschienen weitere Platten mit Opernarien in Esperanto. Arie aus Rigoletto (1933) bei youtube von www.slub-dresden.de
30. und 31. Oktober fand in Radeberg die Tagung des "S├Ąchsischen Esperanto-Landesverbandes" statt. Berichte und Reden erschienen in der "Radeberger Zeitung" und im "Radeberger Tageblatt" vom 1. November.
Im Dezember fand in Gohlis bei Dresden wieder eine Weihnachtsfeier f├╝r Sch├╝ler, die Esperanto als Pflichtfach hatten, statt. Wie in den vorherigen Jahren ├╝bergab die Gattin von Dr.H.Arnold den Kindern Schuhe, Sachen und S├╝├čigkeiten. Auch vom Ausland kamen Spenden, f├╝r die sich Schulleiter Hahn bedankte.
Die Sozialistische Esperanto Vereinigung lud seine Mitglieder zum 2. Bundestag f├╝r Ostern 1933 nach Dresden ein. Dieses Treffen konnte jedoch nicht mehr durchgef├╝hrt werden, da inzwischen das Verbot aller Arbeiter-Esperanto-Verb├Ąnde ausgesprochen wurde.

1933

Die Gruppe in Radebeul w├Ąhlte einen neuen Vorsitzenden (Heinze).
Nach dem Machtantritt der Nazis wurden als erstes die Arbeiter-Esperanto-Verb├Ąnde verboten und deren Leiter verfolgt.
Die Esperanto-Rundfunksendungen Leipzig/Dresden wurden eingestellt.
Im Mitteilungsblatt "Sciigoj" des DEB, Zweigverein Dresden (April), wurden die Mitglieder auf den Artikel "An Alle!" im "Germana Esperantisto" 4/33 hingewiesen. Dort wurden die Esperantisten Deutschlands aufgerufen, Esperanto nur zu verwenden, um im Ausland ├╝ber Deutschlands Volkstum zu berichten.
Die Komerca Esperanto Unio gab eine neue Schallplatte mit Opernarien heraus. ("Rigoletto" und "Carmen"). Arie aus Rigoletto (1933) bei youtube von www.slub-dresden.de
In Dresden, Radebeul und vielen anderen s├Ąchsischen Esperanto-Gruppen wurde der Esperanto-Werbefilm f├╝r den 25. Esperanto-Weltkongre├č in K├Âln gezeigt.
29. Juli - 5. August fand der 25. Esperanto-Weltkongre├č in K├Âln statt, er stand voll unter dem Einflu├č der Nationalsozialisten. Diese benutzten den Kongre├č wie auch die Olympiade, um die Welt ├╝ber ihre wirklichen Ziele zu t├Ąuschen. Auf diesem Kongre├č wurden wichtige Ver├Ąnderungen in der UEA und dem DEB eingeleitet.
Dem Mitteilungsblatt "Sciigoj" Dresden wurde im September ein Fragebogen des Deutschen Esperanto-Bundes beigelegt, dieser mu├čte ausgef├╝llt eingereicht werden. Er betraf die politische Gleichschaltung. Hiermit versuchte sich der DEB mit dem Naziregime zu arrangieren, um zu ├╝berleben. Das bedeutete, der F├╝hrer des D.E.B. mu├čte ein Nationalsozialist sein und der Obmann (ehem. Vors.) der Gruppen wurde vom DEB-F├╝hrer berufen. Im D.E.B. durften keine Juden, Kommunisten und Marxisten Mitglied sein.
Am 2. Oktober feierte Karl von Frenckell, Ehrenpr├Ąsident der Esperanto-Gruppe Dresden, sein 25j├Ąhriges Dienstjubil├Ąum im Bankhaus Arnhold. Er war Vorsitzender der Esperanto-Vereinigung Dresden von 1908 - 1918. Ab Oktober wurde der DEB e.V. Zweigverein Dresden auf Beschlu├č des DEB in Ortsgruppe Dresden des DEB umbenannt und als Leiter Johannes Karsch eingesetzt.
15. Oktober f├╝hrte die Ortsgruppe "L├Â├čnitzortschaften" im Spitzhaus in Radebeul und am 20. Oktober die Ortsgruppe Dresden ihre Versammlung zur Gleichschaltung durch.
Ab 1. November wurde das Esperanto-B├╝ro nach der Oppellstr. 50 verlegt.
Am 4. Dezember starb Feliks Zamenhof, der Bruder Dr.L.Zamenhofs.

1934

Am 1. Januar trat Bankier Adolf Arnhold in den Ruhestand, er war langj├Ąhriges Mitglied der Esperanto-Gruppe Dresden.
Walter Ranft wurde vom Bankhaus Arnhold zum Bankbevollm├Ąchtigten berufen.
Am 7. Februar starb Leono Zamenhof, der n├Ąchste Bruder Dr. L.Zamenhof (geb.1875).
Im Juni traf sich die Esperanto-Gruppe Dresden das letzte Mal im Kasino des Bankhauses Arnhold. Ab Juli fanden die Zusammenk├╝nfte im "Residenz-Cafe", Ecke Altmarkt, und ab September im Hotel "Stadt Weimar", Waisenhausstr.2,statt.
Auf dem 23. Deutschen Esperanto-Kongre├č in W├╝rzburg wurden wichtige Ver├Ąnderungen in der Leitung des DEB beschlossen. Kurt Walther, Dresden, ├╝bernahm provisorisch die Leitung in dieser Krisenzeit f├╝r den DEB.
Im Juli verlangte die Reichsau├čenhandelsstelle von der "Komerca Esperanto Unio" eine Liste aller Warenk├Ąufe und -verk├Ąufe, die mit Hilfe dieser Esperanto-Organisation durchgef├╝hrt wurden.
3. und 4. November fand in D├Âbeln das Jahrestreffen der S├Ąchsischen Esperanto Liga statt (Leiter H.Schmidt, D├Âbeln). Auf ihm wurde auch ├╝ber den Neuen Deutschen Esperanto Bund diskutiert, da der vorherige Leiter der SEL zu dieser Organisation ├╝berwechselte. Es wurde ein Protestbrief an die Redaktion des "Heroldo de Esperanto" verfa├čt, in dem die Teilnehmer unterstrichen, da├č sie es nicht verstehen, da├č die Redaktion das Informationsblatt dieser Spalterorganisation "NDEB" verteilt.
Die Dresdner Tageszeitungen brachten immer weniger Artikel ├╝ber die Esperanto-Bewegung.
Im November fand ein neuer Anf├Ąngerkurs unter Leitung von Erich Wald statt. Dieser wurde finanziell von der KEU unterst├╝tzt. Der Kurs wurde erfolgreich im M├Ąrz 1935 beendet.

1935

Am 5. und 6. Januar fand in Dresden die Au├čerordentliche Hauptversammlung des Deutschen Esperanto Bundes statt. Auf ihr wurde einstimmig ein neues Statut angenommen und Kurt Walther (Dresden) als Bundesleiter des DEB gew├Ąhlt.
KEU gab ab Januar ihre Zeitung "Komerco" (Handel) in einer Auflage von 13000 Exemplaren heraus.
16. M├Ąrz f├╝hrten die Esperantisten eine Abendfahrt mit der Dresdner Stra├čenbahn unter dem Titel "Veturo en la nigron" (Fahrt ins Schwarze) durch. Die Stra├čenbahn war mit Esperantoflaggen geschm├╝ckt. Nach einer Rundfahrt endete diese am Wei├čen Hirsch, wo man im Kursaal noch einige Stunden in gem├╝tlicher Runde verbrachte.
Im April trat Karsch, Leiter der Esperantogruppe Dresden seit ca. 10 Jahren, zur├╝ck. In der Jahreshauptversammlung ├╝bernahm Otto Wehlitz kommissarisch den Posten des Gruppenleiters. Erich Wald ├╝bernahm die Herausgabe der Gruppenmitteilungen "Sciigoj".
18. Juni besprach O.Wehlitz mit den Anwesenden der Monatszusammenkunft zwei Zeitungsartikel aus dem "Freiheitskampf" und der "S├Ąchsischen Volkszeitung", die gegen Esperanto Stellung nahmen. Es wurden einige Antwortschreiben verfa├čt.
Au├čer der Ortsgruppe Esperanto Dresden gab es zu diesem Zeitpunkt noch die Untergruppen "Orienta Grupo" (Ostgruppe"), Zusammenk├╝nfte im Cafe Gradel, Striesener Str. 27 - 29, "Komerca Esperanto Unio", Hotel "Stadt Weimar", "Progreso" (Fortschritt), Residenz-Cafe, K├Ânig Johannstr. 2, "Konversacia Grupo", im Artushof, F├╝rstenplatz, Ekskursa Klubo (Wandergruppe), jeden letzten Sonntag im Monat.
Der Ehrenvorsitzende Dr.H.Arnold starb. Die Mitglieder Friedmanns ├╝bersiedelten nach Chile.
1935 wurde ├Âffentlicher Unterricht in Esperanto verboten.